Wende / Wunde / Winde

Karina Syndicus

2 Mai – 14 Juni 2026
Eröffnung: Freitag 1 Mai 2026, 19:00 Uhr


Karina Syndicus (*1988) arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Konzeptkunst und medialen wie skulpturalen Ausdrucksformen. Nach ihrem Studium zur Schauspielerin und zur staatlich anerkannten Diplomclownin mit dem Schwerpunkt Mime Corporel entwickelte sie eine künstlerische Praxis, in der der Körper häufig den Ausgangspunkt bildet. Performance versteht sie dabei nicht als abgeschlossene Form, sondern als Prozess, aus dem sich Fotografien, Video- und Audioarbeiten, Collagen oder plastische Arbeiten entwickeln.
In ihren Arbeiten setzt sich Syndicus seit vielen Jahren kritisch mit gesellschaftlichen Strukturen auseinander. Zentrale Themen sind Architektur als Ausdruck von Macht, unsichtbare ästhetische Ordnungen sowie politische und soziale Brüche. Das Konzept ist dabei stets entscheidend – das jeweilige Medium Mittel zum Zweck. Diese Haltung verleiht ihrem Werk eine große formale Vielfalt und eine klare inhaltliche Konsequenz.
Die Ausstellung „Wende / Wunde / Winde“ versammelt Arbeiten, die sich mit patriarchaler Architektur, mit Landschaft als politischem Raum und mit den kaum erzählten Nachwirkungen der deutschen Wende beschäftigen. Im Fokus steht eine Zeit „danach“ – eine Geschichte, die nach 1990 vielerorts abbricht oder verdrängt wird.
Zu sehen sind unter anderem Arbeiten mit Erden aus Ost- und Westdeutschland, entnommen aus den Braunkohletagebauen Garzweiler und Lausitz und kombiniert mit Audioaufnahmen der jeweiligen Umgebung. Weitere Werkgruppen beschäftigen sich mit Spuren der Harzgewinnung in der ehemaligen DDR oder mit der Serie „the Party is over“, für die Syndicus durch Deutschland reiste und Wimpelketten an den Toren von Gebrauchtwagenhändlern anbrachte – fragile Zeichen zwischen Ironie, Abschied und gesellschaftlicher Erschöpfung
„Wende / Wunde / Winde“ ist eine Ausstellung über sichtbare und unsichtbare Spuren, über Brüche und Kontinuitäten, über Erinnerung, Macht und Verantwortung – und über eine Gegenwart, deren Zustand neu befragt werden muss.